Erinnerungsarbeit

Die Rückkehr der Namen

Ein öffentliches Erinnerungs- und Demokratieprojekt, das 1.071 verfolgten, dehumanisierten und ermordeten Menschen ihre Namen, Gesichter und Geschichten in München zurückgab.

Die Idee stammt von Andreas Bönte. Am 11. April 2024 wurde die Münchner Innenstadt zum lebendigen Mahnmal: persönlich, sichtbar und mitten im öffentlichen Raum.

Menschen tragen Tafeln beim Weg der Erinnerung

Projektgedanke

Aus Listen werden wieder Menschen

Die Rückkehr der Namen rückt individuelle Lebensgeschichten in den Mittelpunkt. Jede Erinnerungstafel zeigt Foto, Namen, Lebensdaten und eine kurze Biografie eines Opfers der Nationalsozialisten.

Rund 1.000 Patinnen und Paten standen an früheren Wohn- und Wirkungsstätten der Verfolgten. Dort wurde Erinnerung nicht erklärt, sondern begegnete den Menschen direkt: auf Straßen, Plätzen, vor Häusern, in Gesprächen mit Passanten und Nachbarn.

1.071Namen und Gesichter kehrten sichtbar in die Stadt zurück.
1.071Patinnen und Paten übernahmen Biografien und Erinnerungstafeln.
5.000Menschen beteiligten sich am gemeinsamen Weg der Erinnerung.

11. April 2024

Ein Tag im öffentlichen Raum

Der Projekttag verband dezentrale Erinnerung in der Stadt mit einem gemeinsamen Zeichen gegen Antisemitismus, Rechtspopulismus und Geschichtsvergessenheit.

Die Namen an ihren Orten

Patinnen und Paten positionierten sich an Orten, die mit den Lebens- und Leidensgeschichten verbunden waren. Geschichte wurde dort sichtbar, wo sie aus dem Alltag verschwunden war.

Der Weg der Erinnerung

Vom Königsplatz führte der Zug über die Brienner Straße durch das ehemalige Braune Viertel bis zum Odeonsplatz. Aus vielen einzelnen Erinnerungen wurde ein gemeinsames öffentliches Zeichen.

Abschluss auf dem Odeonsplatz

Zeitzeugengespräche, Musik, Performances und Film verbanden persönliche Zeugenschaft mit kultureller und politischer Mahnung.

Andreas Bönte neben einer Erinnerungstafel der Rückkehr der Namen

Initiator Andreas Bönte mit einer Erinnerungstafel des Projekts.

Biografien

Ein Querschnitt der NS-Opfergruppen

Die ausgewählten Schicksale repräsentieren Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, politisch Verfolgte, homosexuelle Menschen, Menschen mit Behinderung sowie Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.

Die Kurzbiografien wurden vom Team Public History München unter Leitung des Historikers Dr. Andreas Heusler erarbeitet. Grundlage war eine Auswahl aus über 12.000 dokumentierten Todesopfern des NS-Regimes im Raum München.

Wirkung

Erinnerung, die bleibt

Das Projekt war als sichtbarer Tag angelegt und zugleich auf Dauer gedacht: Die Biografien, Standorte und Fotos bleiben digital zugänglich.